Yabancı JayJay und ihr Umzugs-Abenteuer à la «made in Turkey«

Vorgeschichte:

Es war einmal eine Deutsche Frau in Bodrum an der Ägäis. Sie lebte paradiesisch direkt am Camel Beach in Kargı mit ihrem wilden Hund Gümüş und Katzenlady Ginger. Sie investierte viel Geld für eine umfangreiche Renovierung in «Villa Kunterbunt«, eine Mietwohnung einfachster Ausstattung. Doch das Glück währte nur kurze Zeit. Nur wenige Monate später, erhielt die Frau völlig unvermittelt und überraschend die Kündigung. «Eigenbedarf«, so schimpft sich das auch in der Türkei.

Meine einstige «Villa Kunterbunt« direkt am Camel Beach in Bodrum Kargı mit Blick auf die Ägäis und auf die griechische Insel Kos. Strand-Nelken, Bougainvillea und Euykaliptusbäume wachsen hier wild. Ein Bijou direkt am Strand.

Erbitterte Klagen vor Gericht folgten. Und der Vermieter, der wenigstens zehn Jahre mein guter Bekannter war, ließ gar nichts aus, um mir das Leben zu Hölle zu machen. Sieben Monate kein Strom. Sieben Monate kein fließend Wasser. Im August bei bis zu 45 Grad Celsius wahrlich kein Vergnügen! Ich gewann den Prozess vor dem hohen Gericht. Doch das half mir wenig, denn im letzten Moment zog der Vermieter seine letzte Trumpfkarte aus dem Ärmel: Meine ach so geliebte Mietwohnung «Villa Kunterbunt« entpuppte sich als illegaler Bau am Strand. Ein Haus ohne Tapu (Grundbuchauszug), schimpft sich das in der Türkei. Im Klartext: Der gute Vermieter hätte mir diese Wohnung nie vermieten dürfen. Viel schlimmer wog aber der Umstand, dass mein real existierender Mietvertrag auf eine ganz andere Adresse ausgestellt war. Ein Schelm, der Böses denkt.

Tatsächlich. Eine hinterlistige Geschichte. Für mich bedeutete das nämlich, dass ich jahrelang mit einer falschen Wohnanschrift ein Ikamet erhalten hatte. So gesehen war ich illegal in der Türkei. Wäre das Gericht nicht gnädig gewesen, hätten sie mich einfach außer Landes werfen können. Doch sie erkannten schnell, dass ich wirklich das Opfer war. Es folgten weitere Prozesse. Die verschlangen viel Geld. Irgendwann sagte ich mir selbst: „Paradies hin. Paradies her. Ich brauche ein neues Dach über den Kopf. Ich muß hier weg.” Ich fand sehr schnell eine sehr schöne Wohnung in einem Häuschen in Bodrum Urmuca mit herrlichen Blick – wieder auf die Ägäis und diesmal mit Blick auf die St. Petersburg. Nun brauchte ich ein Umzugsunternehmen. Günstig. Tatkräftig und vor allem kurzfristig. Freunde halfen mir dabei – auch bei den Verhandlungen.

Wenn eine Yabancı (Ausländerin) – auch noch eine Alman kadın (deutsche Frau) innerhalb der selben Stadt umzieht, steht geordnetes Chaos mit viel Nervenstress an. Fazit: Auch, wenn du einen festen Preis ausgehandelt hast, zahlst du am Ende des Tages das Dreifache. Es sei denn, du hast einen professionellen Vertrag schriftlich fixiert, der von beiden Parteien unterschrieben und von einem Notar beglaubigt wurde. Punkt für Punkt. Ganz ehrlich: Ich bin mir auch im Jahre 2020 nicht so sicher, ob das tatsächlich hilft, wenn es darauf ankommt.

Als Single-Frau, ganz egal wie alt du bist und ganz egal wie viele Erfahrungen du bereits in diesem wunderschönen Land gemacht hast, du wirst immer als Yabancı wahrgenommen und auch so behandelt. Das heißt nicht, dass du nicht respektierst wirst. Allerdings ist unsere deutsche Seele nirgendwo auf dieser Welt zu verheimlichen. Wir fallen auf. Ob wir wollen oder nicht. Und in der Türkei fallen vor allem deutsche Single-Ladies jederzeit und überall auf.
Es liegt in der Natur des einfachen Mannes, geschäftstüchtig zu sein und seinen Vorteil zu nutzen. Sobald der einfache Mann wahrnimmt, dass die Yabancı aus Deutschland ist, scheint er be- oder auch unbewusst zu denken: «Oooohooo – güzel, güzel (schön, schön). Die Dame kommt aus dem Schlaraffenland Euro.« Du erkennst das am Aufblitzen in ihren dunkelbraunen und hellblauen Augen. Gerade so, als wenn wir zu Hause eine Gelddruckmaschine hätten. Für diese Kerle sind wir schlichtweg reich. Natürlich sind die meisten deutschen Ladies von uns nicht reich, aber im direkten Vergleich zu ihm, fühlt sich das für ihn bestimmt so an. Somit ist der Beschiss vorprogrammiert. Nicht, dass wir uns mißverstehen: Ich meine das keineswegs rassistisch. Ich liebe die Türken. Ich liebe die Türkei und ich weiß, wie hart es im Ausland für alle Ausländer ist. Ankommen lernt man mit Erfahrungen. Egal wie umfangreich und strapaziös die seien mögen. Da muss man durch. Und im Zweifelsfalle bezahlt man das mit Geld.

Ein deutsches Schaf im Land der tausend und eine Möglichkeit

Frau ist gut beraten, die türkische Seele zu verstehen. Sie diskutiert gern. Immer und immer wieder. Da braucht die deutsche Seele viel Geduld. Mit Fakten kommst du im Land der 1000 und eine Möglichkeit nicht weit. Du musst dich drehen und wenden können, bei deinem Standpunkt bleiben, und dennoch den Eindruck vermitteln, sanft nachzugeben, obwohl du das gar nichts tust. Doch dein Gegenüber soll das so spüren dürfen. Der geborene Macho-Mann â la Turkey muss unbedingt das Gefühl haben dürfen, sein Gesicht zu wahren. Vermutlich bin ich damals – im April 2016 – aber einfach noch viel zu gutmütig gewesen. Ein deutsches Schaf eben. Vielleicht. Dafür wenigstens weiß und somit rein, was nichts anderes heißt: ich bin eine ehrliche Person.

Zweite Feststellung: Deutsche sind immer organisiert. Wir machen einfach schon bei Zeiten einen Plan. Wir überlegen genau, wie etwas ablaufen muß und was für den Fall der Fälle zusätzlich benötigt wird. Wir mögen keine bösen Überraschungen. Die meisten türkischen Selfmade-Handwerker überlegen nicht, wie sie sich organisieren, sondern sie arbeiten einfach weg. Sie sehen die Arbeit. Unbedingt! System? Wozu? Einfach anpacken und weg damit. Das daraus resultierende Ergebnis liegt nahe: Geordnetes Chaos mit viel Nerven-Stress für die Yabancı, den du nur überstehst, wenn du tief durchatmest, in jedem Augenblick selbstbewusst signalisierst, alles im Griff zu haben, niemals um etwas bittest, sondern Befehle erteilst und ja, dabei solltest du in jedem Augenblick erhaben auf die Männer wirken, mit einem gewissen freundlichen Lächeln. Nicht zu viel. Nicht zu wenig.

Ich hatte mit dem Umzugsunternehmen einen festen Preis von 600 TL ausgemacht (anno 2016 entsprach das ungefähr 265 Euro und bitte liebe LeserInnen, vergleicht die Preise nicht mit den deutschen Preisen), plus 300 TL für die Anmietung des Transporters inklusive Benzin. So weit. So gut. Die Idee, mit einem LKW anzufahren, konnte ich dem Organisator gerade noch ausreden. Mit dem wäre der Fahrer niemals in die viel zu schmale Sackgasse in Urmuca durch gekommen, geschweige denn wieder raus.

Am Tag des Umzugs überraschte mich der Boss mit zwei afghanischen und zwei pakistanischen Flüchtlingen am Camel Beach. Die Jungs wollten augenblicklich meine Wohnung ausräumen, was ich gerade noch verhindern konnte. Ich bin mir sicher, dass der Boss unmittelbar vor der Fahrt zu mir, die Hilfsarbeiter am Omnibus-Parkplatz in Bodrum-Town vom Fleck weg engagiert hatte.

Schnell, schnell – bedeutet ohne Sinn und Verstand

Während die Hilfsarbeiter einfach nur «schnell, schnell« aufladen wollten, um «schnell, schnell«, fertig zu werden, setzte ich mich lautstark durch: „Dikkat, Dikkat (Achtung)!! Bekle, lütfen! (Warten Sie bitte). Dann ermahnte ich den Boss: „Erst die Planzen und die Terrakotta-Töpfe, so wie wir es besprochen haben. Dann die Terrassenmöbel. Genau in dieser Reihenfolge.” Der Boss holte tief Luft, um mit mir zu diskutieren. Dazu ließ ich es nicht kommen. Ich wiederholte mein Anliegen noch ein wenig bestimmter: „Erst die Pflanzen. Dann die Terrassenmöbel. Anlaşıldı? (Verstanden?) Nun wollten sich auch die Hilfsarbeiter einmischen. Und man stelle sich das bitte vor: Die Unterhaltung fand in fünf verschiedenen Sprachen statt: Türkisch, deutsch, englisch, afghanisch und pakistanisch. Die Übersetzungsqualität war alles andere als zufriedenstellend. Darauf hin zeigte ich den Hilfsarbeitern die Pflanzen und machte eine strenge Handbewegung zum Transportwagen. Jetzt wussten sie endlich, was sie zu tun hatten. Hurra!
So weit so gut. Die erste Fuhre war schnell aufgeladen, während im Transporter der schwergewichtige Chauffeur schwitzend aber gemütlich saß. Nein. Er machte keine Anstalten uns zu helfen. Ein Chauffeur ist ein Chauffeur. Punkt.

Fuß verletzt, doch der Zeh ist noch dran!
Die Wohnung ist leer geräumt und geputzt. Ein letztes Mal füttere ich Gümüş und Katzenlady Ginger.
Gümüş wurde am Camel Beach geboren. Er war ein wilder, sanftmütiger Kerl, der einfach nicht mit  wollte... Tragisch, das mein einstiger Vermieter ihn erschoß. Aber die Geschichte, erzähle ich ein anderes mal...
Yunus Kurbas und die JayJay nehmen Abschied, aber nur für den Moment.
Wann immer ich konnte, schaute ich nach meinem Liebling, schwer bepackt mit Fleischknochen.

„Ist das Huhn geschächtet?”

Meine Freundin Barbara Turan kochte derweil in ihrer Wohnung wie verabredet, eine Hühnersuppe mit viel Gemüseeinlage und Huhn. Sie richtete einen herrlichen Salat an und brachte uns die Mahlzeit pünktlich zum Mittag in meine neue Wohnung. Wer viel arbeitet, der muss sich stärken. Die Jungs waren hoch erfreut. Rasch wurde der Tisch auf der Terrasse gedeckt. Als ich ihnen die Suppe brachte, fragte mich einer der afghanischen Jungs: «Ist das Huhn geschächtet?«, und um seiner Frage Nachdruck zu verleihen, hob er seine Hand zum Hals und deutete das Abstich-Ritual an. Ich konnte mir das Lachen gerade eben noch verkneifen und antwortete knapp: „Verzeih bitte, aber ich habe das Huhn nicht persönlich gekannt und somit konnte ich es vor seinem Ableben auch nicht befragen.”
Barbara verschlug die Frage des Afghanen glatt die Sprache. Sie stand fassungslos vor den Jungs und mir, und das kommt nun wirklich selten vor, dass Barbara kein Wort mehr raus bekommt. Sie schüttelte wütend den Kopf und wandte sich genervt ab. Dafür schimpfte sie dann am Abend wie ein Rohrspatz über dieses Ansinnen des jungen Mannes. Nun ja. Andere Länder. Andere Sitten. Völkerverständigung hautnah – in der Türkei.

Nicht nachgeben! Für eine deutsche Seele mit Herz –unmöglich…

Nach dem Mittagessen, brachte ich das schmutzige Geschirr in die Küche. Plötzlich sprach mich einer der beiden Pakistani an und fragte mich: „Sprichst du englisch?”
„Of course. What’s the matter?”, fragte ich den jungen Mann.
“Weisst du, wie viel uns dieser Boss für den Umzug pro Person zahlt?”
Ich antwortete ehrlich: „Nein.”
Dann sagte er mir: „50 TL. Wir bekommen für den ganzen Tag 50 TL. Findest du das in Ordnung?” Ufff ja. „Natürlich finde ich das nicht in Ordnung. Aber ich war bei euren Verhandlungen nicht dabei. Das musst du bitte mit ihm klären.”

Der junge afghanische Flüchtling bedankt sich bei mir, weil ich ihm und seinen Kollegen mehr Lohn zusicherte.

Aufgebracht legte der junge Mann nach: „Der Boss hat gesagt, in zwei Stunden sind wir fertig. Lüge. Lüge. Wir werden bis heute Abend arbeiten. Und das für 50 TL?” Ja. Auch ein Pakistani ist ein Ausländer in der Türkei. Und mit dem Status Mülteci (Flüchtling) muß er schnell lernen, zu seinem Recht zu kommen.
Ich spürte zwischen seinen Worten, dass der nächste Satz beinhalten würde, dass die Jungs ihre Arbeit abbrechen. Mir wurde mulmig. Das durfte ich allerdings nicht zeigen. Also antwortete ich dem jungen Mann: „Wenn alles fertig ist, und das ist, wenn ich sage, dass alles fertig ist, bekommt jeder von euch noch einmal 50 TL von mir. Und sollte ich mit Euren Arbeiten zufrieden sein, bekommt ihr noch ein Trinkgeld zusätzlich. Also. Nicht reden, sondern arbeiten. Kolya gelsin (frohes Schaffen).” 
Doch der junge Mann wollte mein deutsches Ehrenwort. Oooohhhh man. Ich kam mir einmal mehr wie auf einem türkischen Basar vor. Doch schlußendlich konnte ich den Pakistani überzeugen.

Der Boss sah mich mit dem Pakistani reden und fragte mich unverblümt: „Sag bloß, der will mehr Geld?” Ich lächelte verhalten und antwortete knapp: „Wir beide reden heute Abend, wenn alles erledigt ist. Jetzt wollte er mit mir diskutieren, doch ich wandte mich von ihm ab und trug die vorläufig letzten Umzugskartons in die Wohnung.

Der Faulste ist oftmals der Schlauste

Am Abend kam es dann mit dem Umzugsunternehmer zur Abrechnung. Der ausgehandelte Preis von 600 TL war längst hinfällig. Logisch. Doch am meisten überraschte mich der Chauffeur. Der schwergewichtige Kerl verlangte auf einmal 450 TL mit der Begründung: „Ich wurde für eine Tour angeheuert. Das wären 150 TL gewesen. Das waren jetzt aber drei Touren. Also schuldest du mir 450 TL für die Fahrten und 300 TL für den Transporter inklusive Sprit.” Wow. Der best bezahlte Mann im Team des Umzugsunternehmers mit der wenigsten Arbeit. Neidlos zugestanden: Der Mann hat in seinem Leben alles richtig gemacht.

Der Chauffeur nutzte die Gunst der Stunde: Sein Geschäftspartner hatte eine Fahrt angekündigt. Ich zahlte für drei Fahrten.

Jetzt wurden die Diskussionen hitzig. Meine Freunde mischten sich ein, um mich zu unterstützen. Aber unter uns, hätte ich das vorher gewusst, dass ich den Fahrer pro Fahrt bezahlen soll, dann hätte ich mir einen VW- oder Mercedes Transporter bei einer Rent a Car-Firma gemietet. Das hätte mich für einen Tag 120 TL gekostet nebst Sprit und den hätte ich dann auch selber fahren können, aber wie heißt es so schön: «Hätte hätte, ist nicht« oder «aus Schaden wird man klug.«.
Meine superfleissigen Flüchtlings-Helfer bekamen mit Trinkgeld insgesamt 500 TL. Und das Beste zum Schluss: der Organisator dieses Umzugs, der Boss, der den Flüchtlingen nur 50 TL pro Person für zehn Stunden harte Arbeit zahlen wollte, nahm für sich selbst 450 TL in Anspruch. Summa summarum kostete mich der Umzug effektiv 1.700 TL. Wahnsinn anno 2016.

Nein, ich rege mich heute nicht mehr darüber auf. Der Umstand, wie eiskalt Flüchtlinge von manchem (ungelernten) Handwerker-Boss mit Visitenkarte in der Brusttasche; um damit nur zum Ausdruck zu bringen, dass so ein Stückchen Papier einen Niemand zu einer wichtigen Person macht; behandelt und auch ausgenutzt werden, spiegelt die Realität der Türkei wider. Traurig genug. Bedauerlicherweise spiegeln sich solche Beispiele aber auch in Deutschland genauso wider wie anderswo auf dieser verrohten Welt.

Klar hätte ich den Chauffeur, die beiden Pakistani und die beiden Afghanen an den Boss verweisen können. Schließlich war der ja vorher bei mir am Camel Beach. Er wusste detailliert, wie umfangreich der Umzug sein würde. Er hatte falsch kalkuliert. Dafür hätte er einstehen müssen. Oder war das gesamte Unternehmen von vorn herein mit Berechnung kalkuliert worden? Ach nein. So kompliziert mag ich jetzt gar nicht denken. Wohin führen solche Diskussionen? Türken nehmen sich Zeit für solche Streitigkeiten. Sie können laut werden. Sehr laut und auch in ihrer Wortwahl können sie sehr direkt werden. Nicht alle. Aber wenige von ihnen dafür um so mehr. Und – solche Diskussionen können gefühlte Wochen dauern. Deshalb kürzt eine deutsche Seele wie ich, solche unnötigen Gesichtsfaltenbringer-Prozesse ab und zahlt mit einem bittersüßem Lächeln die geforderte wenn auch nicht gerechtfertigte Summe. Nur so finde ich, auch weiterhin gesund in den Schlaf, und der ist mir inzwischen alle Male wichtiger, als Recht zu erfahren. Wieder Mal eine Geschichte aus meinem Leben, die ich erfolgreich auf das berühmte Konto Lebenserfahrung buchen durfte.

… „dann pisst dich jeder Hund an.”

Als alle endlich den Hof verlassen hatten, setzten Anja und ich uns völlig erschöpft auf die Treppenstufen bei einem Glas Wein. Müde und ein wenig resignierend sagte ich zu ihr: „Im nächsten Leben komme ich als deutsche Eiche auf die Welt.”
Wie aus der Pistole geschossen, konterte sie fast lakonisch: „Auch blöd, JayJay. Dann pisst dich jeder Hund an.”
Ich lachte schallend los, strahlte sie wie ein Honigkuchenpferdchen für ihre Schlagfertigkeit an und antworte knapp: „Stimmt!”

Der Wischmop auf der Treppenstufe. JayJay geschafft, aber bereit für einen neuen Lebensabschnitt in der schönen Türkei.

In meiner Facebook-Gruppe AllaroundTurkey diskutierten wir anno 2016 angeregt. Ich bin auf Eure Erfahrungsberichte im Jahre 2020 sehr gespannt. Vor allem auf die der deutschen Männer.

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4 Gedanken zu „Yabancı JayJay und ihr Umzugs-Abenteuer à la «made in Turkey«“

  1. Liebste Freundin,
    wunderschön berichtet. Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, aber werde ich noch. Ich will Deine geschriebenen Worte genießen. Ich habe es ja damals aus der Ferne miterlebt, aber es jetzt zu lesen ist toll und spannend. Ich hatte dich ehrlich gesagt bewundert. Obwohl ich immer eine andere Einstellung zum Leben habe. Schreckliche Schicksalswege sind oft dafür da, weil sie dir einen für dich persönlich schöneren Weg zeigen. Außerdem wäre mir meine Lebenszeit zu kostbar um die vor einem Gericht zu verbringen mit Auseinandersetzungen. Dann nehme ich es so, wie es ist und fertig. Ich hatte fast die gleiche Situation erlebt. Mitten in der Saison, täglich , 7 Tage die Woche, 12 Stunden arbeiten hieß das für mich Stress und etwas Panik als mich mein, damaliger Vermieter abends anrief Ich wohnte gerade anderthalb Jahre in der Wohnung. Wegen Eigenbedarf müsste ich in einer Woche umgezogen sein. Entstanden durch dieses große Erdbeben, was wir damals hatten. Das war auch noch drei Tage vor meinem Geburtstag. Deswegen verstehe ich so eine Situation wie bei Dir liebe Jacqueline Jane Bartels mehr als gut. Nur ich hatte mich ander entschieden und zugesagt. Mein Vermieter half mir mein heutiges wunderschönes zu Hause zu finden. Ich bin heute dankbar das es so gekommen war. Ich bin sehr glücklich darüber. Natürlich in der damaligen Situation war es kurzfristig ein sehr hoher Stressfaktor. Aber wie ich schon sagte, ich glaube immer an das Gute. Ohne diese Situation hätte ich es niemals so schön wie ich es heute habe. Da mein ehemaliger Vermieter und ich uns nie gestritten haben, ist er und seine Familie mir immer behilflich. Zum Beispiel beim damalugen Antrag für meinen türkischen Führerschein. Da er bei der Polizei tätig ist, wusste er natürlich genau ohne Umwege, was benötigt wird. Ja und ich bin ihm ehrlich gesagt heute sehr , sehr dankbar das er damals Eigenbedarf angemeldet hat. Fast eine ähnliche Geschichte , jedoch mit einen unterschiedlichen Verlauf. Ich habe damals dich aufrichtig bewundert, woher du die Kräfte genommen hast, das alles zu überstehen. Aber jetzt haben wir es beide gut und mal sehen was unser Leben noch so mit uns vorhat. Geboren werden wir nackt und sterben genauso nackt. Deswegen nehme ich mein Leben so an, wie es kommt. In diesem Sinne liebe Jacqueline Jane Bartes, danke das es Dich gibt und ich Dich kennenlernen durfte, auch wenn es nur über Facebook ist. ICH MAG DICH SEHR.🧿🧿🧿❤❤💗💗💗❤❤❤💗❤❤💗💗💞💚💕💕💕💜💕🧿🧿🧿🧿🧿🧿🧿🧿🧿🧿🧿❤🤗🤗🤗😘😘😘😘😘😘

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    • Liebste Saliha Jünemann, ja – heute sehe ich das genauso wie Du. Ich halte mich nicht mehr mit Klagen vor Gericht auf. An denen verdienen nur Rechtsanwälte und Gerichte. Und wie gesagt, selbst wenn du Recht bekommst, heißt das ja lange noch nicht, das Recht auch leben zu dürfen. Es ist viel schlauer, sein Schicksal anzunehmen. Meist ist es auch so, wer den berühmten ersten Schritt nach vorne wagt, erlebt ja, wie sich neue Türen öffnen.

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  2. Glaube mir, ich habe nicht nur Deinen Blogbeitrag gelesen, sondern alles sogar selber erlebt. Das hat nichts mit Dir persönlich zu tun und auch nicht, dass Du eine Frau oder “yabanci” bist. Genau das selbe, sogar noch viel bitterer und schlimmer, Haber ich ähnliches erleb. Man selbst als Türkei-Staatsangehöriger hier. Egal was du machst und oder machen möchtest, zu erst immer an deinem sehr vertrauten-Bekannten und sollte immer Freunde fragen und forschen muss man in der Türkei. Leider leben wir in einer Zeit, wo ein Mensch entweder 100 Prozent ehrlich und gut ist (das sind aber insgesamt nur ein paar Prozent) oder 100 Prozent unehrlich und schlecht.
    In diesem Sinne, wünsche Dir weiter alles Gute und viel Glück.
    Mit freundlichen Grüssen aus Istanbul,
    Oktay

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  3. Ich hab Deine Beiträge damals schon gerne gelesen. Auch nun wieder, einfach gut (y). Diese Umzugsgeschichten, abgemachter Festpreis und später dann doch sehr viel teurer, passieren noch immer so. Es gibt viele Schlitzohren hier und überall auf der Welt, und als Ausländer, nicht nur als Frau, macht man da schnell Erfahrung mit. Aber unterm Strich sind dann die positiven Erfahrungen grösser und schöner. Danke für den schönen Beitrag, liebe JayJay.

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