«Sag mal JayJay, so eine hübsche Frau wie du, hast du keinen Mann?«

Warum eine deutsche Frau in der Türkei verheiratet sein sollte

KOLUMNE

Eine kleine amüsante Nachbarschaftsgeschichte aus meinem türkischen Leben in Bodrum an der Ägäis. Nicht mehr. Nicht weniger. Sie bringt mich heute noch zum Lachen. Überraschend brachte sie mich damals auch ein wenig in Verlegenheit.
Es ist doch wunderbar zu wissen, dass sich türkische Nachbarn um das Wohlergehen einer deutschen Single-Lady im besten Alter sorgen. Oder vielleicht doch nicht? Wer hier nicht aufpasst, ist schneller unter der Haube, als ihm vielleicht Recht ist…

Dieser Tage war ich spontan bei meiner Nachbarin Selma und bei ihrem Mann Murat zur vorgerückter Stunde zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Ihre deutsch-türkische Verwandtschaft aus der Nähe von Münster machte gerade Urlaub in Bodrum. Selma und Murat nutzten diese Gelegenheit, um endlich mehr über ihre neue Nachbarin JayJay zu erfahren. Schliesslich wohne ich bereits seit einem halben Jahr in der Mahalesi Manzara in Bodrum Stadtteil Umurca. Zwischen einem Glas Jack Daniels, des Türken zweites Lieblingsgetränk nach Rakı, schwarzen Oliven und diversen Käsehäppchen, fragte mich Murat’s Schwager Keman direkt und unverblümt: „ Sag mal JayJay, so eine hübsche Frau wie du – hast Du keinen Mann?”

„Nö, Keman. Ich habe keinen Mann!”

Ich hatte gerade eine Olive im Mund, die mich davon abhielt, einfach schallend los zu lachen. «Was wird das jetzt geben?«, dachte ich. Ich versuchte ernst zu bleiben, um mir nicht anmerken zu lassen, dass ich die Frage für ziemlich überflüssig hielt. Beiläufig antwortete ich: „Nö, Keman. Ich habe keinen Mann!”

Keman schaute mich irritiert an und fragte: „Echt nicht? Selma hatte so etwas schon angedeutet. Aber! Du brauchst doch einen Mann, JayJay?! Jede Frau in der Türkei hat einen Mann. Es ist nicht gut, wenn eine Frau in der Türkei keinen Mann hat.”

Friedvoll antworte ich ihm: „Ich fühle mich glücklich in meinem Leben, und zwar so wie es ist.” Jetzt zog Keman die Augenbrauen skeptisch hoch und erklärte mir: „Sieh doch mal die Vorteile! Dann hast Du stets einen Handwerker an deiner Seite, der dir zur Hand geht, wenn mal wieder was ansteht. Er hilft dir bei den Einkaufen und trägt die schweren Taschen zum Auto und später in die Wohnung. Er wird dir jeden Wunsch von den Augen ablesen.”

Sirenen heulen auf

«Ach so? Ja? Ist das so?«, ratterte es in meinem Kopf. Und ich spürte, wie sämtliche Sirenen in meinem Hirn aufheulten. «Jetzt bleib’ mal schön cool, JayJay. So schnell wird keine Frau verheiratet – auch nicht in der Türkei«, ermahnte ich mich selbst.
Während Keman weiter auf mich einredete, dachte ich «Die meisten Männer in meinem Leben hatten zwei linke Hände oder sie waren mit diesen gerade anderweitig im Einsatz!« Amüsiert nippte ich an meinem Glas Wasser und konterte betont beiläufig: „Ich war schon zweimal verheiratet, Keman. Einmal mit einem Deutschen. Einmal mit einem Türken. Das reicht für dieses Leben.”

Selma und Murat strahlten mich an, als wenn sie der deutschen Konversation zwischen Keman und mir folgen könnten. Tatsächlich verstanden sie kein Wort und ihre Neugierde wuchs ins Unermessliche. Kerman spürte das genauso wie ich: „Warte mal einen Moment, JayJay, ich will den beiden kurz übersetzen, worüber wir so reden.” Worüber? Das wussten die beiden sehr wohl. Schließlich hatten sie dieses Treffen selbst lanciert. Vielmehr interessierten sie sich, wie ich auf ihr Ansinnen der wohlgesinnten Nachbarschaftshilfe “ein Ehemann muss her” antworten würde. Darum ging es. Ist doch klar.
Glücklich, endlich Antworten von mir zu hören, schauten mich Selma und Murat auf einmal verständnisvoll an – oder waren die Blicke eher mitleidig? Wer weiß das schon so genau?

Das ist doch nicht schwer, für dich einen Mann zu finden!

Selma redete jetzt wie ein Wasserfall auf Keman ein. Murat nickte energisch und sagte immer wieder zur doppelten und dreifachen Bestätigung: „Evet. Evet. Evet.” Ja. Ja. Ja. Gleichzeitig waren alle drei sehr darum bemüht, die ganze Angelegenheit eher als beiläufig deklariert zu wissen. JayJay soll nicht spüren, wie wichtig das Thema für uns ist…

Jetzt wandte sich Keman mit vielsagenden Blick zu mir: “Wir können dir helfen, JayJay! Das ist doch nicht schwer, für dich einen Mann zu finden!”

«Verdammt! Ich will keinen Mann«, hämmerte es in meinem Kopf. «Was soll das hier werden? Partnervermittlung à la Turkiye?« Und überhaupt, war das jetzt ein Kompliment? «…das ist doch nicht schwer, für dich einen Mann zu finden?

Die Nachbarn reden? Na und?

Aber wie gesagt: Ich bin ja eine Deutsche in der Türkei. Keine Ahnung, wie diese Äusserung bei einer Türkin in Deutschland ankäme? Würde sie sich auch so fühlen wie ich gerade im Moment? Nämlich wie ein Stück Vieh, dass auf einem Auktionsmarkt zum besten Preis versteigert werden soll? Mit meinen Gedanken allein und Kemans Worten im Ohr, überkam mich ein mittelschwerer Lachanfall. Positiv denkend: «Sie meinen es ja nur gut mit der deutschen Seele«, entgegnete ich friedvoll: „Wirklich, Keman, ich suche keinen Mann!”
Jetzt wurde Kemans Blick sehr ernst: „JayJay, das ist aber nicht gut, wenn eine so hübsche Frau alleine bleibt in der Türkei!!! Es geht doch auch um Deine Würde. Du weisst doch, wie die Nachbarn hier so sind. Die haben immer was zu reden. Willst du das wirklich?”

Nein! Ich will nicht unter die Haube!

O ha – jetzt kommen die lieben Nachbarn ins Spiel. Bisher lebte ich grundsätzlich nach der Façons: Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß. Jetzt wird mir aber eingebläut: Meine Nachbarn haben ein Problem mit mir. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass sich die ganze Strasse um mein privates Glück sorgt. Oder geht es hier mehr um den Anstand, was sich in der Türkei schickt und was eher nicht? Wer weiss das jetzt schon so genau? Und ganz ehrlich – sollen sich meine Nachbarn doch sorgen. Deshalb muss ich keineswegs gleich unter die Haube?! Nein, bestimmt nicht.

Mit zuckersüßer Stimme antwortete ich: „Den Nachbarn macht man es hier wie dort nie Recht. Allerdings, wenn ich so überlege: In Kargı am Camelbeach hatte ich die ersten zwei Jahre ausschliesslich nur tierische Nachbarn: Hunde, Katzen, Kühe, Emus, Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse, Enten. bunte und weiße Pfauen und sogar ein Pferd. Und den tierischen Nachbarn interessierte es herzlich wenig, ob an meiner Seite noch ein männlicher Zweibeiner war oder eben auch nicht. Hauptsache das Futter stand morgens und abends pünktlich parat. Aber Keman, das ist schon so: Hätte ich Nachbarn gehabt, wäre mein türkisch deutlich besser. Allerdings – in dieser Straße wohne erst seit sechs Monaten.”
Uff ja – JayJay in Erklärungsnot?! Schlimm, wenn man sich selbst reden hört und innerlich entrüstet auf seine eigenen Worte reagiert.

Märchenprinzen fallen nicht vom Apfelbaum!

„Siehst du JayJay”, reagierte Keman mit wichtiger Stimme. „Noch ein wichtiger Grund, unbedingt einen Mann zu finden! Hast du erst einmal einen Mann, dann lernst Du auch ganz schnell türkisch.” Ein Argument, dass ich immer wieder auch von türkischen Freundinnen zu hören bekomme.
Genervt antworte ich Keman: „Da hast du sicherlich Recht. Trotzdem! Märchenprinzen fallen nicht von Apfelbäumen.”
„Ja, ja, aber vielleicht von einem Olivenbaum”, platzte es aus Keman heraus, um dann wieder ein wenig ernsthafter nachzulegen: „Deshalb lass dir doch helfen! Wir arrangieren da schon was für dich. Das wird dir gefallen..”

«Hilfe! Ich will hier raus«, dachte ich insgeheim. Ich sah mich schon zu diversen Dinner-Arrangements laufen. Die Familie ist zahlreich anwesend und beäugt mich skeptisch wie ein Stück Vieh. Die Frauen verschwinden immer wieder hektisch beschäftigt in der Küche, nur um sich hinter verschlossener Tür über die Yabancı, Ausländerin, austauschen zu können. Schließlich braucht es ein gemeinsames Fazit, ob die Deutsche, die Richtige für ihren Sohn, Bruder, Enkel, Neffen, Cousin, Schwager oder besten Freund ist: «Sie ist gross. Sie ist schlank. Sie ist gepflegt. Sie hat lange Haare – für ihr Alter sieht sie noch ganz passabel aus, a-b-e-r: Kann sie auch kochen und die Wäsche machen? Weiß die Yabancı, wie ein türkischer Haushalt funktioniert? Wie man türkischen Kaffee kocht? Wie man Börek macht? In einem Satz: Ist diese Frau für unseren Sohn, Bruder, Enkel, Neffen, Cousin, Schwager oder besten Freund wirklich die Richtige??? Was? Sie arbeitet? Dann hat sie doch gar keine Zeit, die Kinder von der Schwägerin zu hüten, die Grossmutter ins Krankenhaus zu bringen oder für unseren Sohn, Bruder, Enkel, Neffen, Cousin, Schwager oder besten Freund jeden Tag zu kochen.«

Keine Frau ist glücklich ohne Mann!

Okay. Meine Nachbarn Murat und Selma wollen mich ehrbar machen. Nach dem Motto: Nur eine verheiratete Frau ist eine gute Frau und somit auch eine gute Nachbarin. Eine verheiratete Yabancı stellt auch keine Gefahr mehr für türkische verheiratete Frauen dar. Mein Gedanken-Resümee endete entschieden mit den Worten: „Hör mal Keman, ich bin glücklich – auch ohne Mann! Sag das deiner Schwester Selma und deinem Schwager Murat, und die sollen es ruhig auch allen Nachbarn sagen, die es wissen sollen – oder müssen.”
„Das gibt’s doch nicht, JayJay! Keine Frau ist glücklich ohne Mann. Hast du so schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, oder was?”

Ich versuchte es noch mal, diesmal aber entschieden deutlicher: „Keman, wirklich jetzt, der der mir gefallen könnte, müsste wenigstens 1.87 Meter sein, gross und stark wie der deutsche Schauspieler Henning Baum sein. Du weisst schon – “Der letzte Bulle”. Genauso müsste auch sein Herz sein: Groß, stark und gutmütig ganz ohne doppeltes Spiel. Er müsste mich eher wie eine Muse behandeln, sich in jedem Moment durch mich inspiriert fühlen, anstatt mich wie eine kostengünstige Haus-Sklavin wahrzunehmen, die ihm die schmutzigen Socken und Schlüpfer hinterher trägt und die ihm drei Mal am Tag das Essen serviert, während sie dabei stets liebevoll und geduldig lächelt. Der, der mich erobern will, nimmt mich beispielsweise auf seine Segelyacht mit und erkundet gemeinsam mit mir die Welt und nicht etwa mit seinen besten Kumpels. Und er freut sich dann über meine kleinen Geschichten, die ich ihm abends bei einem Lagerfeuer am Strand vorlese, während er seinen selbst gefangenen Fisch grillt. Der, der mich erobern möchte, der ist regelmässig beim Friseur und lässt sich die Haare aus den Ohren, der Nase und vom Rücken entfernen. Er weiss mich zu bezirzen und zu betören, auch wenn ich mal schlechte Laune habe. Der, der mich wirklich für sich gewinnen möchte, der pupst nicht in meiner Gegenwart, sondern überrascht mich mit selbst gepflückten Blumen. Der, der mir zuhört und mich ausreden lässt – ja, sag mal, Keman: Kennst du so einen?”

Deine Zunge ist scharf wie eine Zwiebel

Betretendes Schweigen. Alle schweigen, obwohl Murat uns seine Hatun (Ehefrau) kein Wort verstanden haben. Selma fragte aufgeregt: „Ne söyledi? Ne söyledi? Konuş – Was sagt sie? Was sagt sie? Sprich.”
Keman winkte ab und sagte: „Şimdi olmaz. Görüşürüz – Nicht jetzt. Später.” Kemans frustrierter Gesichtsausdruck sprach Bände. Nur Murat schien Verständnis für mich zu zeigen. Wortlos schenkte er mir Whisky nach. Dann brachte es Kemans Hatun auf den Punkt: „So einen Mann gibt es nicht. Weder in der Türkei, noch in Deutschland!”

«Nicht? Hmmmm«, räusperte ich mich verwundert in der nachbarschaftlichen Runde. Erleichterung macht sich in mir breit. Keman nahm einen kräftigen Schluck Jack Daniels und sagte mit väterlich gelassener Stimme zu mir. „Ach du. Das hat ja gar keinen Zweck mit dir darüber zu reden. Du wirkst süss wie eine zarte Rose, aber deine Zunge ist scharf wie eine Zwiebel. Wir meinen es doch nur gut mit dir! Lass uns nächstes Jahr noch mal darüber reden, wenn wir wieder in Bodrum sind.” Ich spürte die Enttäuschung meiner lieben Nachbarn. Doch ich dachte vor allem, daß ich gerade noch einmal von der Schippe eines türkischen Brautschau-Marathon-Vorführsprogramm gesprungen bin.

Aber meine Hatun kommt mit!

Zufrieden antworte ich: „Ja, sicher doch Keman.” „Aber vielleicht habe ich nächstes Jahr auch schon einen Freund. Und zwar einen, den ich mir selber ausgesucht habe. Alles ist möglich. Und falls nicht, dann können wir ja noch mal über euer Angebot reden. Apropos: Kannst du morgen früh bei mir vorbei kommen, um mit mir den Ikea-Schreibtisch zusammen zu bauen?”
Kemans Hatun lachte herzhaft. Keman fragte seine Frau irritiert: „Warum lachst du so?” – und wandte sich sogleich zu mir und antwortete: „Klar. Das können wir machen. Wir kommen dann morgen Früh so gegen 10 Uhr. Aber, JayJay, damit das klar ist: Meine Hatun kommt mit. Du weißt schon, wegen der Nachbarn.”

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17 Gedanken zu „«Sag mal JayJay, so eine hübsche Frau wie du, hast du keinen Mann?«“

  1. Liebe Jay Jay,

    schöne Geschichte, muss mehrfach schmunzeln. Für mich das was Du in der Türkei erlebst echt KULTUR UNTERSCHIED….
    Auch ich ,nach 50 Jahren, mein Deutschland leben kann mich nicht mal ins Deutsche Denke einfühlen, besonders hierzulande , Menschen mit nächste Angehörige kein Kontakt haben , usw…Türkei ist westlich trotzdem Orient, Tradition, Religion und alles Andere.
    Heute kann ich selbts nicht entscheiden ,was mir lieber ist? Nachbarn mir Nähe zeigen und auch mir Fremdes verpassen wollen oder aber wie ich seit 3 Monaten, zum erstmal in einem Mehrfamilienhaus, in bester Gegend Nordpark Düsseldorf, meine Nachbarn nicht mal kenne.
    Unterschiede verdauen, oder links liegen lassen , ist für mich die Lösung
    Sorry, für meine Schreibfehler, schriftlich bin ich in allen drei Sprachen Analphabet..
    Sei ganz lieb gegrüsst , DAS LEBEN IST SCHÖN (auch in der Türkei)
    Ifakaz

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    • Liebste Ifakaz, ja – das kann ich Dir alles so gut nachempfinden! Was Nachbarschaft bedeuten kann, das habe ich tatsächlich erst in der Türkei – in Bodrum – erleben dürfen. Doch ich bin glücklich mit all meinen Erfahrungen, denn sie bringen uns ja weiter. Lade doch Deine Düsseldorfer Nachbarn mal ein. Sei aber nicht enttäuscht, wenn sie Dich nicht auch einmal einladen. Meistens sind sie Deutsche von der türkischen Gastfreundschaft so erschlagen, dass sie sich anschliessend nicht mehr trauen, den lieben Nachbarn einzuladen. Und was Deine Schreibfehler angeht – sie machen Dich noch einmal so sympathisch. Ich verstehe alles perfekt. Fühle Dich umarmt. Danke für Dein schönes Statement!

      Antworten
    • Ich habe einen lieben Freund, der immer wieder seine deutschen Nachbarn einlädt, die ihm bei der Verabschiedung dann gern sagen: «Das nächste Mal sehen wir uns dann bei uns zu Hause.« In über 30 Jahren Deutschland, hat er das nicht einmal erlebt. Ich kann das kaum glauben, aber das ist vermutlich auf meine italienisch-böhmischen Gene zurück zu führen. Sei herzlich gegrüsst, liebe Ifakaz.

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  2. Liebe Jay Jay ( schöner Name)
    um mich vor allen Nachfragen meines Personenstandes zu schützen, habe ich zu einer List gegriffen. Mein Mann arbeitete (angeblich) am Flughafen und käme immer spätabends heim
    und sei für Besuche hundemüde. Ich nähte dann einen lebensgroßen Mann, den ich abends
    sichtbar am Tisch oder Sessel Platz nehmen ließ. Sichtbar für alle, die es wissen wollten, denn Vorhänge habe ich nur im Schlafzimmer.
    Einmal kam ich nachts in eine Polizeikontrolle. Als er dann auch den Ausweis von meinem Mitfahrer haben wollte und ich ihm antwortete, daß der tot ist, bekam er einen Riesenschreck und danach einen Lachanfall.
    Jedenfalls war ich sicher vor doch so gutgemeinten Vermittlungen.

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  3. Eine wunderbare Geschichte. Kann man nur schreiben, wenn man die Sichtweise beider Kulturen kennt. Das bringt der letzte Satz auf den Punkt:)

    Antworten
  4. Süß wie eine Rose, doch eine Zunge scharf wie eine Zwiebel! 😂😂
    Das ist unsere Jacqueline Jane Bartels 😀

    So ist auch die Geschichte selbst: Vordergründig unterhaltsam, aber eigentlich beklemmend und bleibt einem im Halse stecken.
    Der Hintergrund ist nicht nur beklemmend, sondern fühlt sich traurig-tragisch an: Erzählt er von der totalen soziale Determininierung (sowohl) der Frau (als auch des Mannes, wobei der Mann bei der Rollenverteilung wesentlich besser wegkommt. Zumindest, wenn er auch Regale zusammenbauen kann).

    Übrigens, “hatun” bedeudet doch eher “Weib”, hab ich mir sagen lassen?
    In “Muhteşem Yüzyıl”, der tükischen TV-Serie um Sultan Süleyman den Prächtigen, wird jede normale Frau so betitelt. Und deshalb klang es erst so salbungsvoll in meinen Ohren. Aber, so hieß es, solle man heute keine Frau mehr so anreden.

    Eine hatun scheint das zu sein, wie du sie als die ideale Nachbarin beschreibst: Kaffee kochend, Börek backend, waschend, putzend…

    Zur Bedeutung des Wortes “Weib” können wir ja diskutieren – da es vielleicht “süß” gemeint sein sollte oder sogar sehr würdig/pathetisch klingen kann – aber mal aus dem Bauch raus, Mädels:
    Wenn einer “Weib” zu euch sagen würde, wie würdet ihr das empfinden, als Kompliment? Wohl kaum…

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    • Lieber Hans,

      das mit der Hatun ist so ähnlich wie mit der Bezeichnung Weib. Wenn ein Mann sagt: «Was für ein Weib«, dann schwingt da ganz viel Begeisterung mit (höre ich wenigstens gern raus). Ich denke, ob «Hatun« oder «Weib« – eine Sprache entwickelt sich fortlaufend und die Männer, die ihre Mädels gern mit «Hatun« oder «mein Weib« ansprechen, die meinen das eigentlich liebevoll zärtlich. Mit diesem positiven Gedanken habe ich in meinem Beitrag «Hatun« verwendet. Sei von Herzen gegrüsst, lieber Hoca (Lehrer).

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  5. Liebe Jay Jay,
    Die Geschichte ist sehr gut.👋👋👋
    Für solche Fälle habe ich gute Statistiken.
    Wenn wir uns (inşallah) treffen, würde ich dir erklären; wie viel % vom Glück erreichen könntest.😀

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  6. Hallo JayJay
    Ich habe diese Geschichte mit mehreren Schmunzeln gelesen.
    Einfach Toll!!!
    Ich bin war auch mit einem Türkischen Mann verheiratet, leider ist er am 18.05. 2018 verstorben.
    Ich kenne diese Geschichte etwas anders, ich soll immer für die Freunde, Brüder oder Kinder Frauen oder Männer aus Deutschland besorgen, oder am Besten gleich mitbringen….. 😆
    Einige waren sichtlich enttäuscht, wenn ich niemanden mitgebracht hatte, oder waren direkt beleidigt!!
    Ich weiß bis heute nicht wie sie sich das so vorstellen?????!!!
    Ausserdem spricht fast niemand von ihnen deutsch…..
    Das wäre es von mir, erstmal
    Liebe Grüße
    Ulrike 🙋‍♀️

    Antworten
  7. Liebe Ulrike,

    Das freut mich sehr, dass Dir meine Geschichte gefällt. Ja – so sind sie, unsere lieben türkischen Freunde. Das mit der Sprache sehen sie auch eher gelassen, schliesslich kann man die lernen. Da hilft ein großes Herz und vor allem Humor. Wünsche Dir einen fröhlichen Tag.

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